Bioethik

Die Bioethik setzt sich mit grundsätzlichen Fragen unseres Lebens auseinander. Deshalb werden unter dem Stichwort „Bioethik“ verschiedene Themen diskutiert, wie zum Beispiel: Natur- und Artenschutz, die Möglichkeiten und Grenzen der Forschung, medizinische Fragen oder auch das Leben mit einer Behinderung oder schweren Erkrankung. Letzteres spielt vor allem in den Debatten um pränatale Diagnostik (Untersuchungen an ungeborenen Kindern), Patientenverfügungen oder Sterbehilfe eine Rolle.

Menschen mit Behinderungen kommen dabei leider viel zu selten selbst zu Wort. Auch aus diesem Grund ist die Auseinandersetzung häufig von Vorstellungen über ein Leben mit Behinderung geprägt, die nicht auf eigenen Erfahrungen basieren. Das ist ein Problem, denn viele Menschen ohne Behinderungen glauben, ein Leben mit einer Behinderung sei vor allem von Leid geprägt. Das beeinflusst auch werdende Eltern, die sich für vorgeburtliche Untersuchungen entscheiden. Viele nichtbehinderte Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass Menschen mit Behinderungen ein wertvolles und glückliches Leben führen können. Aber darin schwingt immer auch eine Abwertung behinderter Menschen mit.

„Wir sind nicht behindert, wir werden behindert“ – mit diesem Slogan hat die Behindertenbewegung schon vor langer Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass Probleme nur entstehen, wenn die Welt nicht so eingerichtet ist, dass alle teilhaben können.

Für die Frage nach dem Wert des individuellen Lebens ist es völlig bedeutungslos, dass die Körper und Fähigkeiten von Menschen unterschiedlich sind. Diese Perspektive muss auch in bioethischen Debatten gelten.

 

Parlamentarische Initiativen und Meldungen zum Thema „Bioethik“:

Fremdnützige Forschung: Dammbruch verhindern

[02.06.2016] 

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will Arzneitests an Nichteinwilligungsfähigen ermöglichen, von denen diese selber keinen Nutzen haben. Solche „fremdnützigen Studien“ sind bislang in Deutschland verboten. Daran darf sich nichts ändern.

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Fragestunde: Bluttest auf Down-Syndrom

[06.07.2015]  Schriftliche/mündliche Fragen

Kurz vor der Sommerpause habe ich die Bundesregierung gemeinsam mit Abgeordnete aus Union und Linksfraktion noch einmal zum Bluttest auf Down-Syndrom befragt. Die Antworten zeigen erneut: Die Bundesregierung interessiert sich für das ethisch heikle Thema nicht.

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Bluttest auf Down-Syndrom: Ethische Fragen unbeantwortet

[14.04.2015]  Anfrage

In ihrer Antwort auf die interfraktionelle Kleine Anfrage zum Bluttest auf Down-Syndrom offenbart die Bundesregierung, dass elementare Erkenntnisse zur Pränataldiagnostik fehlen. Es scheint sie auch nicht zu interessieren, welche ethischen Fragen der Bluttest aufwirft und welche gesellschaftlichen Auswirkungen er haben kann.

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Bluttest gehört nicht in die reguläre Schwangerenversorgung!

[04.09.2014] 

In einer gemeinsamen Stellungnahme wenden sich das Gen-ethische Netzwerk, BioSkop und das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik gegen die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschuss, den nicht-invasiven Bluttest zur Feststellung des Down-Syndroms bei Ungeborenen probeweise einzuführen.

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Bluttest gegen das Leben?

[31.07.2014]  Artikel

Seit 2012 haben Schwangere die Möglichkeit, mit einem einfachen Bluttest festzustellen, ob ihr Baby das Down-Syndrom hat. Die Untersuchung könnte zum Alltag werden. Sind bald nur noch „perfekte“ Kinder erwünscht? (Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau)

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Vorgeburtliche Diagnostik des Down-Syndroms: Zahlen fehlen

[20.03.2014]  Schriftliche/mündliche Fragen

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland, schädliche Praktiken gegenüber Menschen mit Behinderungen zu bekämpfen. Doch die Bundesregierung hat keinerlei Kenntnis, inwieweit vorgeburtliche Diagnostik zu Schwangerschaftsabbrüchen führt.

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