Sexualität

Menschen mit Behinderungen wünschen sich wie alle Menschen Freundschaft, Liebe, Partnerschaft und Zärtlichkeit – und sie haben das gleiche Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wie Menschen ohne Behinderung. Doch für viele Menschen mit Behinderung ist es sehr schwierig, dieses Recht wahrzunehmen:

Wer nicht den gängigen Vorstellungen von Schönheit und Attraktivität entspricht, hat es schwerer, eine Partnerin oder einen Partner oder zu finden. Auch finden es viele Menschen wenig sexy, wenn jemand auf Unterstützung angewiesen ist oder Hilfsmittel benötigt.

Hinzu kommt, dass Menschen, die in einem Heim leben, deutlich weniger Privatsphäre haben als in der eigenen Wohnung und damit auch weniger Möglichkeiten, sexuelle Wünsche umzusetzen. Der Tagesablauf in einer Einrichtung kann gar nicht den individuellen Bedürfnissen aller Bewohnerinnen und Bewohner angepasst werden. Darüber hinaus erfahren Menschen, die in Einrichtungen leben, von den dort Beschäftigten häufig nicht die Unterstützung, die sie brauchen, um Sex zu haben.

Grundlage einer selbstbestimmten Sexualität ist das Wissen über den eigenen Körper und die eigenen Bedürfnisse sowie über Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhüten oder sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Deshalb brauchen auch Menschen mit Behinderungen Zugang zu entsprechenden verständlichen Informationen und zu Verhütungsmitteln. Menschen mit Behinderungen, die eine Familie gründen möchten, benötigen Beratung und verständliche Informationen darüber, welche Möglichkeiten der Unterstützung ihnen angeboten werden.

Darüber hinaus muss es Anlaufstellen geben, an die sich Menschen mit Behinderungen wenden können, die sexuellen Missbrauch oder Gewalt erfahren haben.

 

Parlamentarische Initiativen zum Thema „Sexualität“:

Reform Sexualstrafrecht: Nein heißt Nein

[06.07.2015]  Gesetzentwurf

Sexuelle Gewalt wird bei uns vielfach nicht bestraft, weil unser Strafrecht Lücken hat. Und ist das Opfer „widerstandsunfähig“, was vor allem Menschen mit Behinderung betrifft, ist das Strafmaß geringer. Meine Fraktion hat nun einen Gesetzentwurf zur Reform des Sexualstraffrechts vorgelegt nach dem Grundsatz „Nein heißt Nein“.

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