Digitalisierung als Beitrag zur Inklusion gestalten

[08.01.2016] 

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt. Das bietet viele Chancen, beispielsweise für einen wirklich inklusiven Arbeitsmarkt, aber auch enorme Risiken. Gemeinsam mit Wirtschafts-, Arbeit- und Sozialpolitikern meiner Fraktion habe ich ein Papier vorgelegt mit Ideen und Konzepten, wie wir die Arbeitswelt von morgen positiv für alle gestalten können.

Die Digitalisierung kann die Arbeitswelt positiv verändern: Arbeiten wo ich will, wie ich will und wann ich will. Das schafft Freiräume und birgt große Chancen für eine humanere und auch ökologischere Arbeitswelt. Dauernde Verfügbarkeit, keine klaren Grenzen mehr zwischen Arbeit und Freizeit, abhängiger und selbständiger Tätigkeit, Selbstausbeutung unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung sind die andere Seite der Medaille.

Um die Chancen zu nutzen, muss die Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Antworten auf diese Herausforderungen finden. Unter anderem ist eine grundlegende Reform der sozialen Sicherungssysteme nötig, um auch Selbständige angemessen zu berücksichtigen. Beispielsweise müssen entsprechend dem gesetzlichen Mindestlohn branchenspezifische Mindesthonorare für Selbstständige auf den Weg gebracht werden. Auch das Arbeitsrecht und die Mitbestimmung müssen an die Veränderung der Arbeit angepasst werden.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt auch für Menschen mit Behinderungen: Einerseits steigen die Anforderungen an bisher einfache Tätigkeiten – beispielsweise in Warenlagern – und manche Berufsbilder, wie das der Büroboten, verschwinden. Auf der anderen Seite schafft die Digitalisierung neue Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik können Arbeitsprozesse einfach und individuell an die Bedürfnisse der behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angepasst werden. Für eine praktische Umsetzung braucht es schnelle und verbindliche Informationen, gute Beratung und eine ausreichende Finanzierung Eine neue unabhängige „Fachstelle Barrierefreiheit“ kann diesen Prozess sinnvoll begleiten und öffentliche Stellen sowie die Privatwirtschaft gleichermaßen unterstützen.