Klinik in Ehrang muss erhalten bleiben

[07.12.2021]  Pressemitteilung
Krankenhauszimmer mit leeren Betten und medizinischen Apparaten
© Silas Camargo Silão/Pixabay

Zum Beschluss der Mutterhaus-Kliniken, das Krankenhaus am Standort Ehrang zu schließen, erklärt Corinna Rüffer, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Trier:

Es wäre ein fataler Fehler, wenn das durch die Flutkatastrophe beschädigte Krankenhaus in Ehrang nicht wieder öffnen sollte. Nicht nur, dass es wie eine böse Satire anmutet, Mitten in der Corona-Pandemie auf die Idee zu kommen, ein Klinikum zu schließen. Es ist für die medizinische Versorgung in unserer Region von großer Bedeutung, die Angebote am Standort Ehrang zu erhalten. Das Vorhaben des Krankenhausträgers, den Wegfall des Ehranger Krankenhauses dadurch zu kompensieren, dass im Mutterhaus im Trierer Stadtzentrum die Kapazitäten erhöht werden, ist keine adäquate Lösung. Denn die Bewohner*innen des Umlandes benötigen die medizinische Versorgung nicht im Stadtzentrum, sondern in ihrer Nähe.

Zudem wurden die Mittel aus der 30-Milliarden-Euro-Fluthilfe des Staates dafür bereitgestellt, um zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen. In diesem Fall also vor Ort in Ehrang. Diese Mittel nun für die Verbesserung des Angebots an einem anderen Standort zu verwenden, der nicht von der Flut betroffen war, wäre aus meiner Sicht eine Zweckentfremdung.

Die Debatte um das Klinikum in Ehrang richtet das Scheinwerferlicht auf ein grundsätzliches und besorgniserregendes Problem in unserem Gesundheitssystem: Die fatalen Auswirkungen der immer weiter fortschreitenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Wir müssen endlich umsteuern, damit eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung und Pflege nicht vom Geldbeutel und Wohnort abhängig ist. Dafür ist eine bedarfsgerechte Finanzierung unserer Krankenhäuser vor allem auch im ländlichen Raum dringend nötig.