
Zur unklaren Zukunft der Weiterbildung an der Poliklinischen Psychotherapieambulanz der Universität Trier erklärt Corinna Rüffer, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Trier:
Die Situation in Trier ist kein Einzelfall, sondern das Ergebnis von strukturellen Fehlentscheidungen auf Bundesebene. Die Bundesregierung hat versprochen, die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung zu sichern. Tatsächlich hat sie mit ihren Regelungen eine dauerhafte Unterfinanzierung festgeschrieben. Weiterbildungsambulanzen können zwar nun direkt mit den Krankenkassen abrechnen. Doch zentrale Bestandteile der Weiterbildung wie Supervision, Selbsterfahrung und Theorie bleiben unfinanziert. Unter diesen Bedingungen wird es für viele Einrichtungen schwierig, den Betrieb dauerhaft abzusichern.
Die Folgen sind weitreichend: Psychologie gehört zu den zugkräftigsten Fächern an der Universität Trier und zieht Studierende aus ganz Deutschland an. Viele haben sich wegen der Poliklinischen Psychotherapieambulanz bewusst für diesen Standort entschieden. Wenn diese Perspektive wegbricht, verliert die Universität an Profil. In Trier und der Region warten schon heute viele Menschen monatelang auf einen Therapieplatz. Wenn die Weiterbildung an der Poliklinischen Psychotherapieambulanz nicht gesichert werden kann, sinkt die Zahl der Behandlungsplätze und die Wartezeiten werden weiter steigen. Gleichzeitig verschärft die Bundesregierung die aktuelle Lage weiter, indem die Honorare für psychotherapeutische Leistungen abgesenkt werden und damit die Versorgung als Ganzes unter Druck gerät.
Die Verantwortung für diese Entwicklung liegt beim Bundesgesundheitsministerium. Ich unterstütze die Petition der Psychologie-Studierenden, die einen konstruktiven Dialog vor Ort einfordert und erwarte parallel, dass die Bundesgesundheitsministerin die gesetzlichen Rahmenbedingungen nachbessert und eine verlässliche Finanzierung sicherstellt. Die Menschen in der Region brauchen ausreichend Therapieplätze. Das darf nicht an politischen Versäumnissen scheitern.
