
Die pränatale Diagnostik lässt sich als eine Reihe vorgeburtlicher Untersuchungen des Fötus im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge beschreiben. Im Mutterleib wird der Fötus untersucht und überprüft, ob bestimmte Krankheiten oder Behinderungen vorliegen.
Aus bioethischer Sicht sind vorgeburtliche Untersuchungen des Fötus auf bestimmte Krankheiten oder Behinderungen vor allem dann problematisch, wenn ihnen kein medizinischer Nutzen zugrunde liegt, man dadurch also z.B. keine Behandlung noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt planen kann. Zu oft ist der Zweck das Erkennen einer Behinderung, um dann eine Abtreibung vorzunehmen. Das ist Selektion und die Tatsache, dass behinderte Kinder noch kurz vor der Geburt abgetrieben werden können, ist ein Tabuthema, das dringend einer gesellschaftlichen Debatte bedarf.
Das gilt nicht zuletzt angesichts neuer, noch umfassenderer Erkennungsmethoden wie dem nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21, der seit Juli 2022 als Kassenleistung abgerechnet werden kann und der mittlerweile bei jeder zweiten Schwangerschaft zum Einsatz kommt, obwohl er nicht als Massentest gedacht war.
