Spahns Politik ist eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen

[08.06.2021]  Pressemitteilung
Drei FFP-2-Masken liegen halb übereinander auf einem Tisch
© Andreas Lischka | Pixabay.com

Zum Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, unzureichend geprüfte Corona-Masken unter anderem an Menschen mit Behinderung zu verteilen, erklärt Corinna Rüffer, behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Jens Spahns Corona-Politik ist eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen. Sein Vorschlag, unzulänglich geprüfte Masken an Menschen mit Behinderungen, Obdachlose und Hartz-IV-Bezieher*innen zu verteilen, zeugt von totaler Skrupellosigkeit: Er war bereit, in Kauf zu nehmen, dass u.a. Menschen mit Behinderungen und ihr Umfeld Masken verwenden, die möglicherweise nicht ausreichend gegen das Corona-Virus schützen.

Dieses Vorgehen reiht sich in Spahns Corona-Politik ein, bei der der Schutz von Menschen mit Behinderungen und vulnerabler Personen nur ein Lippenbekenntnis ist: Informationen zur Pandemie-Lage waren lange überhaupt nicht barrierefrei zugänglich. Menschen mit Behinderungen wurden bei der Verteilung von Schutzausrüstung, Corona-Schnelltests und der Impfpriorisierung vergessen. Erst nach Protesten hat das Bundesgesundheitsministerium sie in den entsprechenden Verordnungen zögerlich berücksichtigt.

Zudem hat Spahn mehrfach unter Beweis gestellt, dass er das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Behinderungen missachtet. Er arbeitet gezielt daran, sie in stationäre Settings zu drängen – beispielsweise mit dem Reha- und Intensivpflegestärkungsgesetz (IPReG) oder seinem Vorschlag, die Flexibilität bei der Verhinderungspflege massiv einzuschränken.

Der Versuch, die unsicheren Corona-Masken loszuwerden, bringt das Fass zum Überlaufen. Ein solcher Gesundheitsminister ist untragbar.