Bioethik

Die Bioethik setzt sich mit grundsätzlichen Fragen unseres Lebens auseinander. Deshalb werden unter dem Stichwort „Bioethik“ verschiedene Themen diskutiert, wie zum Beispiel: Natur- und Artenschutz, die Möglichkeiten und Grenzen der Forschung, medizinische Fragen oder auch das Leben mit einer Behinderung oder schweren Erkrankung. Letzteres spielt vor allem in den Debatten um pränatale Diagnostik (Untersuchungen an ungeborenen Kindern), Patientenverfügungen oder Sterbehilfe eine Rolle.

Menschen mit Behinderungen kommen dabei leider viel zu selten selbst zu Wort. Auch aus diesem Grund ist die Auseinandersetzung häufig von Vorstellungen über ein Leben mit Behinderung geprägt, die nicht auf eigenen Erfahrungen basieren. Das ist ein Problem, denn viele Menschen ohne Behinderungen glauben, ein Leben mit einer Behinderung sei vor allem von Leid geprägt. Das beeinflusst auch werdende Eltern, die sich für vorgeburtliche Untersuchungen entscheiden. Viele nichtbehinderte Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass Menschen mit Behinderungen ein wertvolles und glückliches Leben führen können. Aber darin schwingt immer auch eine Abwertung behinderter Menschen mit.

„Wir sind nicht behindert, wir werden behindert“ – mit diesem Slogan hat die Behindertenbewegung schon vor langer Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass Probleme nur entstehen, wenn die Welt nicht so eingerichtet ist, dass alle teilhaben können.

Für die Frage nach dem Wert des individuellen Lebens ist es völlig bedeutungslos, dass die Körper und Fähigkeiten von Menschen unterschiedlich sind. Diese Perspektive muss auch in bioethischen Debatten gelten.

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