Zukunftsaufgabe Barrierefreiheit vernachlässigt

[22.09.2021]  Anfrage
Wohnhaus
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Die Bundesregierung verschließt die Augen vor dem großen Bedarf an barrierefreien Gebäuden. Das belegt die Antwort auf unsere Kleine Anfrage „Barrierefreiheit und energetische Sanierung von Gebäuden“. Seit Jahren sind die KfW-Mittel für den altersgerechten Umbau weit vor dem jeweiligen Jahresende aufgebraucht und die Bundesregierung interessiert zu wenig, wie ältere Menschen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen wohnen und leben. In diesem Jahr waren die Mittel bereits im Juni erschöpft. Zwar wurden die Mittel für dieses Jahr auf 130 Mio. Euro aufgestockt – jedoch war auch dieser aufgestockte Topf bereits Mitte 2021 leer, womit man hätte rechnen können.

Aufgrund der demographischen Entwicklung benötigt spätestens ab 2030 jede*r Dritte eine altersgerechte Wohnung. Aber auch viele andere Bevölkerungsgruppen – beispielsweise Menschen mit körperlichen Beeinträchtigung oder Familien mit kleinen Kindern – haben Bedarf nach barrierefreiem Wohnen.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung in der Klimakrise den Gebäudesektor vernachlässigt. Union und SPD lassen hier die Chance ungenutzt, zwei Zukunftsaufgaben – barrierefreie und energetische Gebäudesanierung – zusammenzudenken und Synergien zu nutzen.

Nicht zuletzt stellt sich hier auch die volkswirtschaftliche Kostenfrage, wenn in einer älter werdenden Gesellschaft immer mehr Menschen mangels barrierefreier Wohnungen in Pflegeheimen untergebracht werden müssen.

Alle Menschen haben das Recht, gut zu wohnen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Wir brauchen eine Offensive für barrierefreies und klimaschonendes Wohnen.

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Barrierefreiheit und energetische Sanierung von Gebäuden“, Bundestags-Drucksache 19/32242, 01.09.2021

Berliner Morgenpost: Fördermittel für Sanierungen nicht ausreichend